15. 12. 2016 Potsdamer sind gegen Parkeintritt - auch Umfragen müssen hinterfragt werden

Nun haben wir es schwarz auf weiß: Mehr als die Hälfte der befragten Potsdamer ist gegen einen Pflichteintritt im Park Sanssouci. Genauer gesagt: 55,6 Prozent sprechen sich dagegen aus, während 44, 4 Prozent bereit wären, einen Eintritt zu bezahlen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Verwaltung unter den Bürgern der Landeshauptstadt zu den drei Welterbe-Parks Park Sanssouci, Neuer Garten und Park Babelsberg.

Wollen wir einmal unterstellen, dass die Verfasser der Umfrage sich Mühe gegeben haben, die Fragen objektiv zu formulieren. Aber kann man das überhaupt? Viele Dinge sind zu komplex, als dass man sie in einen Fragebogen hineinschreiben kann. Denken wir an Dorgerlohs Vorschläge im Hauptausschuss der SVV: Parkeintritt nur in der Sommersaison; Parkeintritt erst ab 10.00 h, kein Parkeintritt für Studenten und Bedienstete der Universität. Davon war natürlich im Fragebogen nichts zu finden.

Dass man aber gar die Höhe des geplanten Eintritts verschwieg, der wie ein Damoklesschwert über den Potsdamerinnen und Potsdamern schwebt, ist schon problematischer. Wir erinnern uns: Prof. Dorgerloh sprach von 2,- Euro als Eintrittspreis und 12,- Euro für die Jahreskarte. Mindestens das hätte aber auf dem Fragebogen oder aber in dem Anschreiben stehen müssen, wobei nicht verschwiegen werden soll, dass dafür die Stiftung zuständig ist und sich bisher offiziell nicht geäußert hat. Stattdessen hat man die Bürger befragt, wieviel Eintritt sie denn zu zahlen bereit wären. Konnte da noch ein anderes Ergebnis  erwartet werden?

Und es hätte auf jeden Fall im Fragebogen aufgeführt werden müssen, dass heute schon bei der Pauschale von 1 Mio. Euro pro Jahr jeder Potsdamer vom Baby bis zum Senioren-Pflegefall einen Eintritt von annähernd 6.- Euro bezahlt, ob er den Park nutzt oder nicht - allerdings aus dem Stadtsäckel und nicht aus dem eigenen Portemonnaie.

Ein Ergebnis war nicht überraschend: Je näher die Befragten am Park wohnen, desto größer ist die Ablehnung. Hier sei daran erinnert, dass die Stiftung nur beim Park Sanssouci einen Parkeintritt einführen will. Wenn man dann zugleich nach den Parks Babelsberg und Neuer Garten fragt, dann hat man nahezu überall in Potsdam Nachbarn der Parkanlagen, und das Ergebnis fällt so aus wie es ist.

Trotz dieser Mängel erfährt man von den Bürgerinnen und Bürgern, dass  44,4 Prozent bereit sind, einen Parkeintritt – in für sie unbestimmter Höhe - zu bezahlen, insofern ist die Befragung eher ein Votum für den Parkeintritt. 

Wir Potsdamer Demokraten fordern deshalb den OB auf, aus den Ergebnissen der Befragung keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und der Stiftung für weitere Jahre eine Pauschale von 1 Mio. Euro p. a. oder gar mehr anzubieten. Denn zur Gerechtigkeit gehört auch, dass die Nutzer der Parks - überwiegend die Touristen -  für den Erhalt und die Pflege bezahlen sollen und nicht die Potsdamer Steuerzahler.