27. 2. 2012 Tierheim - und kein Ende (Ein Sachstandbericht)

Die unendliche Geschichte geht weiter

Man könnte glauben, nach den Pleiten mit der Treberhilfe und der Tiertafel sowie dem Angebot des Tierschutzvereines (TSV), ein Tierheim auf eigene Kosten zu errichten,  wäre Bewegung in die Sache gekommen – Pustekuchen!

Dabei fing alles so schön an: Die Fahrländer Bürger haben sich in einer Bürgerversammlung für die Errichtung eines Tierheims auf einem Grundstück an der Marquardter Straße in Potsdam-Fahrland ausgesprochen. Was wäre einfacher gewesen, als jetzt des Grundstück dem TSV zu verkaufen und ihn dort bauen zu lassen! Aber sie haben die Rechnung ohne den Wirt (Frau Müller-Preinesberger) gemacht. Zuerst führte sie Umwelt- und Naturschutzgründe ins Feld, bei weiteren Diskussionen in der SVV und den Ausschüssen argumentierte sie, das Grundstück gehöre nicht vollständig der LHP, dann standen einer Bebauung „unüberwindbare“ Höhenunterschiede (  8 m !!!) entgegen, und zum Schluss ließ sie ihre Mitarbeiterin Latascz-Blume mit wichtigem Gesicht vor dem KOUL-Ausschuss erklären, zu dem Areal gäbe es keine Zufahrt.

In der HA-Sitzung am 30. 11. 2011 sowie in der SVV-Sitzung am 7. 12. 2011 waren die Stadtverordneten nun gar nicht mehr der Adventszeit gemäß voller Nächstenliebe gestimmt, sondern forderten die Beigeordnete auf, eine Matrix mit allen potenziellen Grundstücken in der LHP zu erstellen, die für ein Tierheim geeignet wären.

Diese Matrix kam in der Sitzung des HA am 21. 12. 2011, und siehe da, auch das Sago-Gelände war enthalten. Nach längerer Diskussion wurde eine „Trend“-Abstimmung durchgeführt, bei der das dritte vorgeschlagene Grundstück in Eiche gar keinen Befürworter fand.  So blieben nur die Marquardter Straße und das Sago-Gelände übrig; die Abstimmung gewann das Sago-Gelände mit deutlicher Mehrheit.

Nun fuhr Frau Müller-Preinesberger alle Geschütze gegen das Sago-Gelände auf. Am 18. 1. 2012 erschien sie mit der geballten Macht der städtischen Führungsriege im Hauptausschuss, und alle wussten gute Gründe zu nennen, warum das Sago-Gelände nicht geeignet sei. Komisch, sie hatte doch den Auftrag, geeignete Vorschläge zu machen!

Götzmann wusste die Stadtverordneten einzuschüchtern, dass das Grundstück ein sogenanntes Hinterlieger-Grundstück sei, der Vorderlieger einverstanden sein müsse und dass er einen Anspruch auf Entschädigung habe. Denn eine andere Zufahrt zum Grundstück gäbe es nicht, obwohl die Vertreter der Stadtfraktionen bei einer Ortbesichtigung am 16. 1.2011 von der Straße nach Wilhelmshorst durch einen kurzen Waldweg zum Tor des Geländes gefahren waren. Außerdem - so Götzmann - müsse der B-Plan Nr. 32 geändert werden, und dafür habe er keinerlei Kapazitäten frei. Er war sich sogar nicht zu schade, auf die finanzielle Beteiligung des „Vorhabenträgers“ bei der notwendigen Errichtung einer Linksabbiegespur hinzuweisen. – Dass diese schon aus den Zeiten, als sich dort das Asylbewerberheim befand, längst vorhanden ist, erwähnte er nicht.

Frerichs, unser Wirtschaftsförderer, fand andere Gründe: Er brauchte das Grundstück unbedingt für die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen; für welche, blieb er den Stadtverordneten schuldig, denn seit Jahrzehnten ist weit und breit kein Unternehmen zu finden, dass bereit wäre, sich in dieser gottverlassenen Gegend anzusiedeln.

Und der Oberbürgermeister als Vorsitzender des Hauptausschusses setzte allem die Krone auf: Nach seiner Beobachtung gäbe es in Potsdm gar keine streunenden Tiere mehr. - Da hätte er sich besser ´mal bei den hier ansässigen Tierärzten sachkundig machen sollen!

Aber da sind ja noch die Wilhelmshorster, deren erste Häuser nur ca. 500 m. vom geplanten Tierheim entfernt liegen -  zwar hinter einem schalldämmenden Wald, aber immerhin. Vielleicht könnte man die für Proteste gewinnen!

Unsere Beigeordnete Elona Müller-Preinesberger holte die dickste Keule heraus: Nach ihrer Rechnung koste das Grundstück mindestens 1,321 Mio. Euro, und bei einem Erbpachtzins von 7 Prozent seien das 92.492 Euro, die der Erwerber (der TSV) hinblättern müsse.

Damit ließe sie die Maske fallen. Sie schraubt einfach den Preis so weit nach oben, dass der gemeinnützige TSV nicht zahlen kann, und wäscht anschließend wie weiland Pontius Pilatus ihre Hände in Unschuld: „Ich habe ja ein Grundstück angeboten! Wenn der TSV es nicht will, …“  

Jetzt wollen die Stadtverordneten erst einmal ein Wertgutachten sehen. Es gibt eines aus dem Jahre 2004, aber die Hauptausschussmitglieder werden sich wundern, wie mit dem Müller-Preinesberger´schen Gutachten die Kosten seitdem gestiegen sind, obwohl alles mittlerweile noch mehr verfallen und oft unbrauchbar geworden ist.

On verra - die unendliche Geschichte geht weiter.

Allerdings drängt sich langsam die Frage auf, ob die Beigeordnete Elona Müller-Preinesberger tatsächlich für ihr Amt geeignet ist, denn die menschliche Größe, die man dafür benötigt, hält sie auf wundersame Weise verborgen. Irgendwie ist sie offensichtlich von einer unseligen Abneigung gegen den TSV besessen und steht damit in ihrer Person einer sachlichen Lösung im Wege.