Die Potsdamer Demokraten: Wir brauchen ein Tierheim in Potsdam

FÜR EIN TIERHEIM IN POTSDAM
Eine unendliche Geschichte

Was haben Michael Ende und das Tierheim in Potsdam gemeinsam? Wie Sie der Überschrift entnehmen können: eine unendliche Geschichte.

Zur Erinnerung:

In Potsdam gab es ein Tierheim an der Forststraße, direkt am Wildpark gelegen. Zugegeben: es war nicht optimal, aber die Anwohner sahen täglich vor allem jugendliche Tierfreunde, die dort Hunde abholten und mit ihnen „Gassi“ gingen.
Bis laut Presse auf Betreiben von Horst Heinzel (CDU) wegen „KZ-Haltung“ der Tiere das Tierheim zum 31. 12. 2007 geschlossen wurde. Ohne Rücksicht darauf, dass ein Ersatzstandort nicht zur Verfügung stand. Und so stehen wir heute noch, nahezu vier Jahre später, ohne ein Tierheim da.

Nun ist aber die Betreuung von Fundtieren eine pflichtige Aufgabe der Kommune. Also schloss man Verträge mit geeigneten Tierheimen in Beelitz, in Kremmen und wieder in Beelitz. An der Geeignetheit gab es keine Zweifel, aber die Entfernung nach Potsdam war das Problem. Einerseits mussten die Tiere, die hier in Potsdam „gefunden“ wurden, dorthin transportiert werden, andererseits ist es Aufgabe eines Tierheims, Fundtiere wieder an geeignete „Herrchen“ zu vermitteln. Wenn man dafür allerdings eine Autostunde unterwegs ist, ist das der Sache nicht förderlich.

So arbeitete die Stadtverwaltung unter der Verantwortung der Beigeordneten Elona Müller daran, ein solches Heim wieder in Potsdam zu errichten. Welcher Teufel sie geritten hat, sich dabei zuerst mit Maserati-Harry von der Treberhilfe zusammen zu tun, bleibt ihr Geheimnis. Harry war natürlich interessiert, denn wie sein Haus am Schwielowsee, sein Lebensstil, sein Maserati und die vielen BMW gehobener Provenienz für seine leitenden Mitarbeiter zeigten, konnte (und kann) man von Sozialarbeit gut leben.

Die ganze Sache musste nur noch einen sozialen Touch bekommen: Also einigte man sich darauf, neben der Tierheim-Betreuung auch noch obdachlosen Jugendlichen eine Heimstatt zu bieten. Dass wir in Potsdam nahezu keine obdachlosen Jugendlichen haben, spielte dabei keine Rolle – man erfand den Begriff „Sofa-Hopser“, worunter Jugendliche zu verstehen sind, die mal hier und mal dort bei Bekannten und Freunden nächtigen.

Als geeigneter Standort wurde ein Areal in Eiche gefunden. Alles schien prima – nur mit den Anwohnern hatte man nicht gerechnet. Einige von ihnen hätten das Bellen der Hunde noch in Kauf genommen, dass aber auch noch in ihrer Nachbarschaft Jugendliche zweifelhafter Herkunft angesiedelt werden sollten, war ihnen dann doch zu viel. Außerdem hatten andere bereits im Mai 2007 eine Bürgerinitiative gegen ein Tierheim in Eiche ins Leben gerufen, was Frau Müller eigentlich hätte wissen müssen.

Da zeitgleich die Treberhilfe – nicht zuletzt auf Grund der Recherchen eines Stadtverordneten der Potsdamer Demokraten und dessen Verbindungen zum Abgeordnetenhaus Berlin – unter erheblichen öffentlichen Druck geriet, zog Frau Müller die Reißleine und stellte die weiteren Verhandlungen mit der Treberhilfe ein.

Bei der nun folgenden neuen Suche nach einem Betreiber eines Tierheims fand sie die Tiertafel. Die schloss sich mit der GBA Recklinghausen, die hier in Potsdam an Sozialprojekten mit Jugendlichen arbeitet und in Fahrland ein Areal besitzt, zusammen.  Flugs wurde geplant, einen Teil dieses Areals für ein Tierheim zu verwenden, und für die Jugendlichen sollte zusätzlich die Ausbildung zum Tierpfleger ermöglicht werden. Ob die Tiertafel jemals eine Ausbildungserlaubnis hatte, wurde immer wieder in Zweifel gezogen.

Auch hier hatte Frau Müller-Preinesberger, wie sie nunmehr hieß, die Rechnung ohne den Wirt gemacht, das heißt, sie hatte die Proteste auch der dortigen  Anwohner unterschätzt.

Aber man muss auch ihren Mut bewundern. In zwei öffentlichen Versammlungen mit den Anwohnern, die von einem Journalisten des rbb moderiert wurden, kämpfte sie ebenso energisch wie vergebens um die Zustimmung der Fahrländer. Die aber waren gar nicht gegen ein Tierheim in Fahrland, sondern sprachen sich nur gegen das geplante an der Kienhorststraße aus. Sie schlugen stattdessen ein etwas abseits der Wohnbebauung gelegenes Grundstück an der Marquardter Straße vor, das schon vor geraumer Zeit einmal in der Diskussion war.

Wo stehen wir heute?

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. möchte von der Stadt dieses Grundstück erwerben bzw. in Erbpacht übernehmen und dort ein Tierheim auf eigene Kosten errichten.

Nach Auffassung der Potsdamer Demokraten ist das die optimale Lösung! 

Einerseits bekämen wir endlich wieder ein Tierheim in Potsdam - die endlose Geschichte nähme doch noch ein glückliches Ende.
Andererseits würde das Tierheim vom Tierschutzverein betrieben, der so viele engagierte Mitglieder und Tierfreunde hat, dass eine artgerechte Haltung gewährleistet wäre. Hier sei am Rande bemerkt, dass in nahezu allen Kommunen die Tierheime von den dortigen Tierschutzvereinen betrieben werden.

Und die ganze Sache würde auch noch dem gebeutelten Kämmerer keinen Pfennig (Cent) kosten, da ja der TSV das Heim auf eigene Kosten errichten will. Nach den geplanten 430.000 Euro pro Jahr für die GBA und die Tiertafel (= 6,45 Mill Euro für die gesamte Laufzeit) ist das mehr als ein Lichtblick!


Deshalb fordern die Potsdamer Demokraten, im Interesse der Tiere und der Tierfreunde das Angebot des TSV anzunehmen, ein Tierheim in Fahrland an der Marquardter Straße auf eigene Kosten zu errichten. Dafür soll ihm das stadteigene Grundstück an der Marquardter Straße  verkauft bzw. in Erbpacht überlassen werden.